Bending (Saitenziehen)
Noch eine Technik, die Tonhöhe zu verändern. Im Gegensatz zu den bisher genannten Techniken bleiben die Finger der Greifhand hier am selben Bund. Durch Ziehen (oder Drücken) der Saite entlang des Bundstäbchens wird eine stufenlose Erhöhung des Tones erreicht. Wie weit die Saiten gezogen werden, hängt ganz vom gewünschten Effekt ab. Um diese Technik gezielt ausführen zu können, ist etwas Übung und Erfahrung nötig. Außerdem erfordert sie ein gewisses Maß an Kraft in den Fingern.
Es haben sich viele Arten des Bendings entwickelt, von denen ich hier einige vorstellen möchte.
Bending um ganze Halbtonschritte bringen das Instrument zum Jaulen, und genau das wollen wir Sologitarristen.
Vibrato bezeichnet man ganz leichte, wiederkehrende Variationen der Tonhöhe. Diese können durch bending erreicht werden, oder aber auch der Änderung des Fingerdrucks.
Vom Ghostbending spricht man, wenn die Saite vor dem Anspielen gezogen wird.
Blue Notes sind Töne, die in unserem Tonsystem nicht definiert sind - sie liegen irgendwo zwischen kleiner und großer Terz, leicht über der kleinen Septime oder über der verminderten Quint. Das ist auf der Gitarre durch bending wunderbar umzusetzen. Beim Spiel denkt Ihr besser nicht zu viel an die Theorie, sondern hört auf Euer Gefühl.
Das Bending hinter dem Sattel kommt aus der Country Ecke und ist hier nur ergänzend erwähnt - in mein Beispielvideo hab ich es trotzdem eingebaut