Bühnensound
Verstärkung
Effekte
Für das nette Miteinander an Stammtisch oder Strand hast Du wahrscheinlich ein rein akustisches Instrument - egal ob Western- oder Konzertgitarre, Du wirst sie nicht verstärken müssen. Was aber, wenn die Welt von Dir begeistert ist und Du beim Sommerfest auftreten sollst? Wenn Dir der Besitzer des örtlichen Rockkellers einen Auftritt auf seiner Bühne anbietet? Die Menge wird nicht viel von Dir hören, Du musst Dein Instrument verstärken.
Verstärkung
Für Deine Konzertgitarre gibt es da nicht viele Möglichkeiten, am wahrscheinlichsten bekommst Du ein Mikrofon zur Verfügung gestellt, das der Tontechniker dann in seine Anlage stöpselt und aussteuert. Manche Konzertgitarren haben auch einen Tonabnehmer eingebaut, der aber die charakteristischen Klangeigenschaften Deines Instruments nicht authentisch wiedergeben kann - Mikro ist hier also die bessere Wahl.Für die Westerngitarre gilt ähnliches. Der Tonabnehmer hat hier den Vorteil, dass Du das Instrument umhängen, im Stehen spielen und ein bisschen herumgehen kannst. Besser klingen tut aber auch hier die Abnahme mit dem Mikrofon.
Hast Du eine E-Gitarre, bringt ein Mikrofon allein Dich nicht weiter.
Ich nehme an, als Besitzer eines solchen Instruments hast Du auch einen kleinen Verstärker zum üben daheim. Nimm ihn am besten mit. Er, Deine Gitarre und Du seid ein eingespieltes Team. Zusammen seid Ihr für den Sound verantwortlich, der Euch ausmacht. Möglicherweise wird der Tontechniker Dich davon zu überzeugen suchen, die Gitarre direkt vom Line-Ausgang des Verstärkers in das Mischpult zu klinken. Bitte ihn, den Verstärker mit einem Mikrofon abzunehmen. Das ist dann zwar mehr Arbeit, aber es klingt besser
Vielleicht besitzt Du auch einen dieser >100 Watt - Verstärker. In Clubs oder kleineren Sälen wirst Du ihn gar nicht in die PA (public address - an das Publikum gerichtet) einspeisen, weil sie meistens ohnehin fast zu laut sind. Hier taugen kleinere Verstärker mit einer Leistung um die 30 Watt weit besser.
Hast Du noch keinen Verstärker, wirst Du Dir wohl über kurz oder lang einen zulegen. Die Auswahl ist immens, lass Dich davon aber nicht einschüchtern. Es muss nicht unbedingt ein Mesa Boogie sein. Man kann sich getrost (sollte sich unbedingt) nach seinen finanziellen Möglichkeiten richten. Auch günstige, kleinere Combos (Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse, fix fertig verkabelt) können wunderbar klingen. Auch solltet Ihr Euch nicht von vorn herein auf eine Bauart festlegen. Klar, ein Röhrenverstärker hat schon einen ganz eigenen Charakter - den haben Solid States (Transistorentechnik) aber auch. Worauf Ihr auf keinen Fall verzichten solltet, ist das Gerät vor dem Kauf einmal gründlich zu bespielen.
Du kannst aber auch auf sogenannte Soundmodeler zurückgreifen. Diese sind in der Anschaffung günstig und in der Lage, durch ihre Elektronik eine Vielzahl von Verstärkertypen zu simulieren. Manche von ihnen haben gar echte Röhrenelektronik verbaut - der Klang ist überzeugend. Mit dem fertig modellierten Sound kannst Du dann direkt ins Mischpult gehen. Soundmodeler sind eine sehr effektive Variante zur Verstärkung, da sie ein definiertes reproduzierbares Signal liefern und die Abnahme mit dem Mikrofon überflüssig macht - störende Geräusche auf der Bühne werden so nicht an die PA weitergegeben. Natürlich kannst Du das Signal auch an ein Cabinet oder gar an einen Combo weitergeben.
Effekte
EQ (Equalizer):
Der Equalizer ermöglicht das Anheben oder Senken von Frequenzbereichen (Frequenzbändern).Dabei unterscheidet man zwischen graphischem und parametrischem EQ.
Beim graphischen EQ ist jedem regelbarem Frequenzband ein Regler zugewiesen - meist Schieberegler. Daher stammt auch sein Name - man kann sehr schnell die Frequenzkurve ablesen.

Die parametrische Variante funktioniert etwas anders. Hier kann für meist mehrere Frequenzbänder der Frequenzbereich, die Bandbreite und die Amplitude (Lautstärke) definiert werden.

Wah Wah:
Das Wah ist streng gesehen EQ mit variabler Frequenzverstärkung. Meist handelt es sich dabei um Effektgeräte am Boden, die mit dem Fuß bedient werden. Einstellbar ist Frequenzbandbreite und Amplitude, der Frequenzbereich wird mit dem Pedal verschoben. Meister im Umgang mit diesen Geräten war unter anderem Jimi Hendrix (zB Vodoo Chile).

Es gibt auch Varianten, die ohne Pedal auskommen und auf Anschlagstärke reagieren oder vorgegebenen Mustern folgen.
Compressor:
Der Compressor dient dazu, den Dynamikverlauf des Eingangssignals zu glätten. Leises wird angehoben, Lautes gesenkt.Overdrive
Dieser Effekt entstammt der Röhrenverstärkertechnik. Bei Überlastung haben die Röhren die Eigenschaft, das Sinussignal zu beschneiden (Clipping) und in eine rauh und warm klingende Rechteck-Schwingung zu verändern. Die erreichte Verzerrung ist relativ gemäßigt und reagiert gut auf Anschlagdynamik. Heutzutage sind dafür keine riesigen, teuren Röhrenverstärker notwendig, das Klangverhalten kann recht gut mit digitaler oder Transistortechnik nachempfunden werden, die Röhren klingen aber definitiv besser.Distortion
Eine Weiterentwicklung des Overdrives, die den kratzigen Sound harter Musik ermöglicht. Das Eingangssignal ist normal unverzerrt, andernfalls wirst Du wahrscheinlich undefinierbaren Tonmatsch erhalten. Als Regelelement kommt hier die Klangfarbe (Tone) hinzu, die den dem Instrument eigenen Klangcharakter sehr stark verändern kann.Chorus
Das Eingangssignal wird geteilt, ein Zweig bleibt unverändert, der zweite wird in seiner Frequenz leicht verschoben. Am Ende werden die beiden Signale wieder zusammengeführt. Die entstehenden Schwebungen machen den Sound voller. Die Ergebnisse sind je nach Regelung sehr vielfältig.
Flanger
Wie beim Chorus wird auch hier das Signal geteilt und einer der Zweige bearbeitet. Der bearbeitete Zweig wird zeitlich verzögert wieder zugemischt. Die Verzögerung variiert laufend, die entstehenden "wandernden" Interferenzen geben das für den Flanger typisch spacige Klangbild.
Echo (Delay)
Es macht genau das, was man erwartet. Es wiederholt gespielte Passagen zeitverzögert. In der Vergangenheit wurden dafür Tonbänder verwendet, die laufend aufzeichneten und bei Bedarf wieder abspielten, heute sind digitale Geräte vielseitiger, günstiger und platzsparender. Die Verzögerung, die Anzahl der Wiederholungen und die Abschwächung lassen sich in der Regel recht einfach einstellen, Du solltest nur darauf achten, dass die Verzögerung dem Takt des Musikstückes entspricht. Andernfalls erntest Du Chaos :)
Hall (Reverb)
macht den Klang räumlich und verleiht ihm Tiefe. Auch heute noch werden in Gitarrenversärker analoge Halleffekte (sogenannte Hallspiralen) eingebaut. Prinzipiell liefern diese ansprechende Qualität, allerdings sind die Regelmöglichkeiten auf die Intensität begrenzt und sie reagieren empfindlich auf Erschütterung. Digitaler Hall bietet zudem die Möglichkeit, Räume zu simulieren (große Hallen, Kirchen, sogar Badezimmer).
Harmonizer
Verändert die Tonhöhe des Eingangsignals. So kannst Du der gespielten Melodie ganz einfach ein eine Oktave höher klingendes Duplikat hinzumischen. Dieser Effekt wird auch gerne mit dem Echo kombiniert.